HomeKOB Akademie– Impulse für die pädagogische & therapeutische PraxisEltern, Familie & KinderZwischen Abgrenzung, Gehirnbaustelle und Eskalation: Warum Pubertätskonflikte den Blick aufs ganze System brauchen

Zwischen Abgrenzung, Gehirnbaustelle und Eskalation: Warum Pubertätskonflikte den Blick aufs ganze System brauchen

Wenn Jugendliche sich zurückziehen, Regeln infrage stellen oder wegen Kleinigkeiten hochemotional reagieren, geraten viele Eltern an ihre Grenzen. In der Beratungsstelle oder Praxis erleben wir dann oft erschöpfte, verunsicherte oder wütende Eltern, die sich fragen: „Was machen wir falsch?“

Für Psychotherapeut:innen, Berater:innen und Pädagog:innen gehören Pubertätskonflikte zu den häufigsten Beratungsanlässen. Doch wie gelingt eine Begleitung, die Eltern entlastet, ohne den Konflikt ungewollt zu verschärfen?

Pubertät ist kein Problem, sondern eine Entwicklungsaufgabe

Aus entwicklungspsychologischer und neurobiologischer Sicht ist die Pubertät eine Phase des Umbruchs:

  • Neurobiologische Umbauprozesse: Das Gehirn wird umstrukturiert – die Emotionsregulation (Präfrontaler Kortex) hinkt der Impulsivität und dem Belohnungssystem oft hinterher.
  • Autonomie vs. Sicherheit: Jugendliche suchen Abgrenzung und Identität, brauchen aber gleichzeitig verlässliche Halteseile.
  • Machtkämpfe im Familiensystem: Oft verstärken unbewusste Interaktionsmuster – wie übermäßige Kontrolle, Vermeidung oder emotionale Überreaktionen der Eltern – die Eskalationsspirale.

Was Eltern in dieser Phase wirklich brauchen

In der Elternberatung geht es selten darum, den Jugendlichen „zu reparieren“. Der Hebel liegt meist im familiären System und der Haltung der Eltern:

  1. Entlastung durch Psychoedukation: Wenn Eltern verstehen, was neurobiologisch im Jugendalter passiert, fällt es ihnen leichter, Verhalten nicht als persönlichen Angriff zu werten.
  2. Konfliktspiralen unterbrechen: Muster von Druck und Gegendruck erkennen und durch klare, aber wertschätzende Grenzen ersetzen.
  3. Handlungsfähigkeit zurückgewinnen: Beraterische Interventionen helfen Eltern, aus der Machtkampf-Falle auszusteigen und wieder Sicherheit auszustrahlen.

Tiefer eintauchen: Zoom-Seminar 2027

Möchten Sie Ihre Kompetenzen in der Begleitung von Familien mit pubertierenden Jugendlichen vertiefen und praxisnahe Strategien für Ihren Beratungs- oder Praxisalltag kennenlernen?

Im Jahr 2027 halte ich eine spezialisierte Online-Fortbildung für Fachkräfte aus dem psychosozialen, therapeutischen und pädagogischen Bereich:

„Zwischen Abgrenzung, Selbstständigkeit und Eskalation – wirksame beraterische Strategien im Umgang mit Pubertätskonflikten“

  • Format: Live-Zoom-Seminar
  • Zielgruppe: Psychotherapeut:innen, Psycholog:innen, Berater:innen, Sozialarbeiter:innen & pädagogische Fachkräfte
  • Inhalte: Neurobiologische Grundlagen, Systemische Konfliktdynamiken, Deeskalation, Elternarbeit & Fallbeispiele aus der Praxis
  • Referentin: Mag. Barbara Lagger (Psychotherapeutin, Pädagogin, Mediatorin & Supervisorin)

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